Versicherungsschutz im Home Office: Das sind deine Rechte und Pflichten

Versicherungsschutz im Home Office: Das sind deine Rechte und Pflichten


Arbeiten im Home Office wird für viele Arbeitnehmer zunehmend interessanter und auch Arbeitgeber öffnen sich diesem Thema immer mehr. Fühlen Arbeitnehmer, dass Ihnen seitens der Führungsabteilung Vertrauen entgegen gebracht wird, steigt ihre Motivation und Arbeitsmoral. Doch Vertrauen hin oder her, es kann immer mal etwas im Home Office passieren: Mit einem Mal ist der frisch gebrühte Kaffee umgeschmissen und landet auf dem Arbeitslaptop. Auch die eigenen Kinder können ausversehen beim durch die Wohnung rennen über ein Kabel stolpern und den privaten Arbeitsplatz in einem Moment der Unachtsamkeit auseinanderreißen. Doch wer übernimmt in solchen Fällen eigentlich die Haftung? Damit du in deinem Home Office kein Risiko eingehst, klären wir die wichtigsten Fragen hier für dich.

Gibt es unterschiedliche Beurteilungsgrade, wenn ein Schaden entsteht?

Grundsätzlich ist zunächst einmal klarzustellen, dass dank der beschränkten Arbeitnehmerhaftung kein Arbeitnehmer uneingeschränkt für selbst verursachte Schäden haftbar gemacht werden kann. Auch nicht, wenn der Arbeitgeber versucht dies vertraglich festzuhalten. Regelungen wie diese wären unwirksam.
Dennoch kann ein Arbeitnehmer durch fahrlässiges Verhalten oder sogar nachweislich beabsichtigtes Fehlverhalten zur Rechenschaft in Form der Haftung gezogen werden. Dieses Fehlverhalten wird dann kategorisiert, um das Ausmaß der Haftung zu bestimmen.

Leichte Fahrlässigkeit

Hierunter werden Missgeschicke gezählt, die jedem Mal passieren können. Das kann zum Beipiel beinhalten, ausversehen ein Glas umzukippen und dadurch Unterlagen zu beschädigen. Auch ein Gerät kann ausversehen fallen gelassen werden, wodurch es zu Bruch gehen kann. In diesen Fällen musst du dir keine Sorgen machen, denn der Arbeitgeber haftet für den Schaden.

Mittlere Fahrlässigkeit

Solltest du deine Pflichten und Aufgaben nachweislich nicht mit größter Sorgfalt erledigt haben, wird dieses Verhalten unter mittlere bzw. normale Fahrlässigkeit eingeordnet. Hierbei muss der Arbeitnehmer meistens eine Teilhaftung übernehmen.

Grobe Fahrlässigkeit

Nimmt der Arbeitnehmer achtlos und dadurch bewilligend in Kauf, dass ein Schaden entsteht, wird im Arbeitsrecht von grober Fahrlässigkeit gesprochen. Diese Beurteilung tritt dann in Kraft, wenn Vorschriften und Regeln ignoriert werden und scheinbar einfach nicht über das Handeln nachgedacht wurde. Arbeitnehmer müssen dann häufig für den gesamten Schaden aufkommen.

Vorsätzliches Handeln

Vorsätzliches Handeln besteht dann, wenn Schäden im Bewusstsein und mit Wohlwollen herbeigeführt werden. Aus Wut über die Arbeit könnte in solchem Fall beispielsweise der Laptop auf den Boden geschmissen werden. Der Arbeitnehmer muss dann selbstverständlich dafür haften.

Wie bist du im Home Office unfallversichert?

Egal, ob du nun als mobiler Arbeitnehmer tätig bist oder im Home Office arbeitest, du unterliegst auf jeden Fall dem gesetzlichen Unfallversicherungsschutz, wenn du bei dienstlichen Tätigkeiten in deinem Büro zu Hause verunglückst. Ein sogenannter Betriebsweg liegt nämlich dann vor, wenn nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII ein Weg die versicherte Tätigkeit selbst darstellt. Du bist also im selben Rahmen, wie im Büro unfallversichert und bist somit einem Büroarbeiter rechtlich gleichgestellt.

Wichtig: Da der Arbeitsweg allerdings immer erst an der Außentür des Wohnhauses beginnt, würde, anders als im Büro, kein Wegeunfall vorliegen, wenn du dich beispielsweise auf dem Weg zur Kaffeemaschine verletzt. Du bist also auf allen Wegen, die nicht innerhalb der Arbeit stattfinden, nicht mehr unfallversichert. Im Sinne von $ 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII ist ein Weg nämlich die Vor- und Nachbereitungshandlung der eigentlich versicherten Arbeitsleistung.

Was sollte vertraglich bei der Home Office-Regelung festgehalten werden?

Für den Arbeitgeber, aber auch dich als Arbeitnehmer, ist es enorm wichtig, einige Regelungen klar in der Betriebsverordnung oder in einer Ergänzung des einzelnen Arbeitsvertrages festzuschreiben. Beispielsweise müssen Richtlinien zur Arbeitsplatzgestaltung, dem Arbeitsumfang und der Arbeitszeit festgehalten werden, da auch im Home Office der Arbeitsschutz greift. Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) enthält z. B. Anforderungen zur Bildschirmplatzverordnung (BildscharbV), das heißt der Arbeitnehmer muss einen Bildschirmarbeitsplatz zu Hause haben. Zudem müssen die benötigten Arbeitsmittel vom Arbeitgeber gestellt werden. Hier tritt die Klausel zur Arbeitsstättenverordnung in Kraft.

Wichtig: Der Arbeitgeber hat das Recht darauf, eine Regel zum Zutrittsrecht in die Wohnung des Arbeitnehmers festzuhalten. Das heißt, der Arbeitgeber oder gegebenenfalls eine beauftragte Person, wie bspw. ein Datenschutzbeauftragter, dürfte zur Überprüfung der Arbeitsrichtlinien in die Privatwohnung kommen.

Welchen Versicherungsschutz hast du im Home Office bei möglichen Schäden?

Der Arbeitgeber haftet für Schäden im Home Office ebenso wie für Schäden am normalen Arbeitsplatz. Nimmt der Arbeitnehmer also regelmäßig seinen Arbeitslaptop mit nach Hause, dann würde bei einem Missgeschick die Betriebsinhaltsversicherung wirken. Es gilt das selbe Prinzip, wie bei der Betriebshaftpflicht des Unternehmens bei einem Schaden im Büro.

Wichtig: Die eigene Hausratversicherung wirkt auch bei Brand oder Diebstahl im Home Office, denn die Arbeitsgeräte gehören dann zum sonstigen Hausrat. Es muss nur darauf geachtet werden, dass die Neuanschaffung im Ernstfall nicht die Versicherungssumme übersteigen würde. Schwieriger wird es bei Vorführ- und Handelsware, denn diese ist in der Hausratversicherung meist ausgeschlossen. Du kannst allerdings jederzeit bei deiner Versicherung anfragen, ob sie eine Mitversicherung dieser Ware, oder deines Arbeitszimmers mit aufnehmen. Anderenfalls empfehlen wir eine Geschäftsinhaltversicherung.

Wer nun noch unsicher bezüglich seiner Rechte und Sicherheiten im Home Office ist, der fragt am besten seinen Arbeitgeber, um alle Eventualitäten auszuschließen.

Um im eigenen Heim effektiv arbeiten zu können, musst du neben einem geeigneten Arbeitsplatz auch Sauberkeit aufweisen können. Denn nichts ist schädlicher für die Konzentration zu Hause, als erst einmal festzustellen, was man noch alles im Haushalt zu erledigen hätte. Damit du dich gar nicht mehr darum kümmern musst und immer direkt mit voller Produktivität und Motivation in dein Home Office starten kannst, übernehmen wir gern in Zukunft das Putzen und Aufräumen für dich.
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