Das bisschen Haushalt: Zum internationalen Tag der Putzfrau

Das bisschen Haushalt: Zum internationalen Tag der Putzfrau


Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann“, sang Schlagersängerin Johanna von Koczian einst. Die Beliebtheit dieses Ohrwurms zeigt einmal mehr, was im Deutschland der 1970er Jahre weitverbreitete Selbstverständlichkeit war: Haushalt ist Frauensache. Seit dieser Zeit, möchte man meinen, hat sich in der Bundesrepublik einiges verändert. Doch wer glaubt, Männer hätten mittlerweile Wischer und Lappen lieben gelernt, hat sich getäuscht.

Für eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag des Magazins „Reader’s Digest“ wurden 1003 Deutsche zum Thema Haushalt und Putzen befragt. Das Ergebnis: 77 Prozent der Frauen gaben an, für die nötige Sauberkeit in der eigenen Wohnung zu sorgen. Bei den Männern sagten dies nur 37 Prozent der Befragten.
Ähnliche Ergebnisse liefern Untersuchungen der OECD, die sich mit der von Männern und Frauen täglich für den Haushalt aufgebrachten Zeit befassen. Während sich Männer in der Bundesrepublik nur rund 90 Minuten am Tag im Haushalt engagieren, arbeiten Frauen fast 164 Minuten pro Tag im Haushalt. Folgt man diesen Zahlen, erledigen Frauen in Deutschland rund 65 Prozent der anfallenden Hausarbeit, während Männer die restlichen 35 Prozent erledigen.

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Damit liegen die deutschen Männer im europäischen Vergleich im Mittelfeld. In der Türkei und Portugal ist die Hausarbeit besonders ungleich verteilt: In der Türkei arbeiten Frauen durchschnittlich 261 Minuten am Tag im Haushalt (immerhin vier Stunden), während Männer nur sage und schreibe 21 Minuten für Hausarbeit aufbringen. Ein wenig ausgeglichener ist das Verhältnis in Portugal: Während Frauen im Durchschnitt 253 Minuten pro Tag im Haushalt arbeiten, engagieren sich Männer immerhin für 51 Minuten pro Tag.

Spitzenreiter in Sachen Gleichverteilung der Hausarbeit sind die skandinavischen Länder. In Dänemark ist die Verteilung der Arbeitszeit im Haushalt deutlich gleichmäßiger verteilt: Prozentual gesehen erledigen Frauen 58 Prozent der Hausarbeit, während Männer dementsprechend für 41 Prozent der Arbeiten aufkommen. Nahezu vollkommen ausgeglichen ist die Arbeitszeitverteilung in Schweden: Dort arbeiten Frauen nur eine Viertelstunde mehr pro Tag im Haushalt als Männer.

Die skandinavischen Beispiele zeigen: In Sachen Gleichberechtigung beim Putzen besteht in Deutschland noch Nachholbedarf. Kein Wunder, dass in den Köpfen die Reinigungskraft immer noch ein hauptsächlich weiblicher Beruf ist. Aus diesem Grund hat die Autorin Gesine Schulz vor zehn Jahren den „Internationalen Tag der Putzfrau“ ins Leben gerufen. Jedes Jahr am 8. November sollen die hart arbeitenden Putzperlen gewürdigt werden – mit einer reinweißen Rose. Das heißt natürlich nicht, dass Männer nicht auch mit anpacken dürfen und auch sollen!

Für Männer kann dieser Tag außerdem Anlass sein, sich Gedanken über den eigenen Einsatz am Besen zu machen. Denn auch das ist statistisch belegt: Bei gleichmäßiger Verteilung der Hausarbeit gibt es weniger Streit in der Beziehung. Unter den BOOK A TIGER Reinigungskräften herrscht wenigstens relative Gleichberechtigung. 59% unser Reinigungskräfte sind weiblich und die restlichen 41% männlich.